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Fit für die Unternehmensnachfolge

In sich immer schneller verändernden Märkten besteht großer Bedarf - insbesondere bei Familienunternehmen -  an tragfähigen Lösungskonzepten in Bezug auf die Nachfolgeregelung. Die familieninterne Unternehmensnachfolge scheitert statistisch gesehen in jedem zweiten Fall, so dass ein Verkauf an Außenstehende oder Mitarbeiter in Betracht gezogen werden muss. Sie sehen also: Damit alles wunschgemäß ablaufen kann, ist eine Reihe von Planungsschritten sinnvoll, die ich nachfolgend kurz anreißen möchte.

 

Disclaimer: Ein Beratungsgespräch zu Ihrer individuellen Situation kann dieser Artikel jedoch nicht ersetzen. Gerne stehe ich Ihnen bei weiterführenden Fragen zur Verfügung. Benutzen Sie gerne unten die Kommentarfunktion im Blog oder kontaktieren Sie mich direkt.



Positionsbestimmung


Zu Beginn des Nachfolge-Prozesses sollte eine sorgfältige Standortbestimmung durch den amtierenden Unternehmensinhaber durchgeführt werden. Das Alter des Übergebers und der Zeitpunkt der geplanten Übergabe sind die ersten Hürden. Je weniger Zeit zur Planung der Übergabe bleibt, desto schwieriger ist eine optimale Gestaltung des Prozesses für alle Beteiligten zu realisieren.



Insbesondere bei Familienunternehmen ist es wichtig, frühzeitig mit den designierten Nachfolgern abzustimmen, ob eine Unternehmensfortführung überhaupt gewünscht ist. Viel zu oft wird hier die stolze Mama oder der stolze Papa enttäuscht, weil sie bzw. er dachten, die Unternehmensfortführung sei der Wunsch des Nachwuchses. 



Ist dieser Punkt frühzeitig geklärt, kann entweder innerhalb des Unternehmens ein Nachfolger aufgebaut werden bzw. am Markt nach geeigneten Kandidaten gesucht werden. Um hier nicht in zeitliche Bedrängnis zu kommen, empfehle ich, dieses Thema mit Mitte 50 anzugehen, damit noch genügend Zeit bleibt, um sämtliche Optionen abzuwägen und die Durchführung der nötigen Schritte zu planen.



Chancen und Risiken


Jedes Unternehmen unterliegt den Regeln am Markt und wird durch die Art der Führung beeinflusst. Verpasst der Unternehmensinhaber den optimalen Zeitpunkt, sein Unternehmen nebst Mitarbeitern auf den Wechsel in der Führung vorzubereiten, droht eine Gefährdung des Unternehmensfortbestands. Das gilt insbesondere für Familienunternehmen. 



Kunden und Lieferanten reagieren sensibel auf solch unklare Situationen. Umgekehrt kann eine zeitige, unternehmensgerechte Nachfolgelösung - die frühzeitig eingeleitet und implementiert wird - zu einem enormen Aufwind führen, da Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten Gewissheit und Planungssicherheit haben und sich vollständig auf Ihre Tätigkeit im Unternehmen konzentrieren können.

 

Erfolgspotenzial-Analyse & Kundenorientierung 


Ein brisanter Punkt ist dabei die kritische Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit das zu übergebende Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist. Besonders in Familienunternehmen ein sehr emotionales Thema, da Kritikpunkte leicht als persönliche Kritik gewertet werden.



Zukunftsausrichtung ist allerdings zur weiteren Kundenbindung unerlässlich und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der damit einhergehenden Wandlung der Ausgestaltung von Arbeitsplätzen (Stichwort New Work) ist die Zukunftsfähigkeit als eine Grundvoraussetzung für jedes Unternehmen zu sehen.



Im Zentrum der Überlegungen sollte dabei stets der Kunde stehen und die Betrachtung, wie auch die Kundensicht auf Produkt bzw. Leistung sich im Laufe der Zeit entwickelt und verändert. Nur so kann unmittelbar auf Veränderungen reagiert und der Erfolg gesichert werden.

 

 

 

Was ist für Sie die größte Herausforderung bei der Nachfolge?