4 Tipps für Existenzgründer

Es sind überwiegend sehr inspirierende Gespräche, die ich in der Beratungspraxis mit Gründern führe. Die frisch gebackenen Unternehmer sind voller Tatendrang und begeistert von Ihrer Geschäftsidee. Für manch einen ist dann ein Beratungsgespräch eine bremsende Situation, die sachliche Überlegungen und Entscheidungen abfragt, die so gar nicht zur Aufbruchstimmung des Neu-Selbständigen passen. Dennoch ist die professionelle Planung und Führung eines Unternehmens eine Grunddisziplin, die sich jeder Gründer besser früher als später aneignen sollte.

Hier 4 Tipps, die ich jedem Gründer ans Herz lege:

 

1. Kundenbeziehungen aufbauen

Zu Anfang ist die Begeisterung für das eigene Produkt oder die eigene Leistung manchmal so groß, dass eine zu starke Konzentration darauf liegt. Der Kern jedes Geschäftes (und das Geheimnis von Erfolg) ist es, von Anfang an aktiv Kundenbeziehungen aufzubauen. In erster Linie bedeutet das, wertschätzend mit den Kunden umzugehen und auf deren Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. So entsteht eine Vertrauensbasis ohne die eine langfristige Zusammenarbeit kaum möglich ist.

 

2. Immer vorbereitet sein

Auf alle Schlüsselsituationen eines Gründers sollten Sie eingehend vorbereitet sein. Das ist zum einen der Kundenerstkontakt, bei dem Sie sich und Ihre Leistung präsentieren müssen. Wer hier unvorbereitet ist, gewinnt den Kunden (höchstwahrscheinlich) nicht und schadet sich selbst. Üben Sie die Kurzvorstellung des eigenen Unternehmens. Notieren Sie sich, was Ihre Kernkompetenz ist und worin Sie bei sich ein Alleinstellungsmerkmal sehen. Die Folge wird sein, dass Sie bei Ihrer nächsten Kundenansprache als kompetent und professionell wahrgenommen werden. Gleiches gilt für das Bankgespräch - insbesondere wenn Sie für Ihr Gründungsvorhaben Kreditmittel benötigen. Gehen Sie erst zur Bank, wenn Sie einen aussagekräftigen Businessplan erstellt haben (oder haben erstellen lassen) und am Wichtigsten für die Bank: Der Finanzplan muss plausibel das Gründungsvorhaben abbilden. Fragen des Bankmitarbeiters nach Ihrem beruflichen Hintergrund und Ihrem familiären Umfeld sollten Sie ebenfalls gut strukturiert aufbereiten. Unterstützt Sie Ihr Partner/In oder sind Sie auf sich allein gestellt? Alles wichtige Informationen für die Bank. Bereiten Sie sich auch auf diesen Gesprächsteil eingehend vor, um sich bestens präsentieren zu können.

 

3. Fokus auf Kernleistung

Bei aller Euphorie für das Gründungsvorhaben geht manchmal der Fokus auf das Wesentliche verloren. Sei es, dass es keinen Businessplan mit ausgearbeiteter Strategie gibt oder dass aus Geldgründen Aufträge außerhalb der Kernkompetenzen angenommen werden müssen. Versuchen Sie trotz dieser Situationen, die im normalen Leben einfach auch vorkommen, immer klar an Ihrer Strategie festzuhalten und nicht Ihre Linie zu verlieren. Denn bedenken Sie: Sie alleine entscheiden, was Ihre (potenziellen) Kunden in Ihnen sehen und für was sie Sie weiterempfehlen. Und Sie wollen doch für Ihre Kernkompetenzen weiterempfohlen werden, nicht wahr?

 

4. Kunden-Feedback

Erfragen Sie aktiv Feedback und reagieren Sie angemessen auch wenn die Rückmeldung vielleicht auch mal nicht so positiv ausfällt. Versuchen Sie das als Möglichkeit zu sehen, zu lernen. Agieren Sie hier professionell, um dem Kunden Ihre Servicequalität - auch wenn es mal Anlass zur Kritik gibt - zu verdeutlichen. Binden Sie Ihre Kunden an sich, in dem Sie Ihnen zeigen, dass Sie zuhören und Ihnen wichtig ist, dass alles bestens abgewickelt wird. Reagieren Sie zügig auf Feedback und bedanken sie sich für Rückmeldungen der Kunden. Denn es hilft Ihnen dabei, regelmäßig Ihr Leistungsangebot zu verbessern.

Es gibt noch viele andere wichtige Punkte, aber hier habe ich einmal aufgeschrieben, welche Punkte meiner Ansicht nach oft - zu unrecht - vernachlässigt werden.

 

 

 

Sind Sie als Gründer auf die genannten Punkte vorbereitet? Was finden Sie wichtig?